Ampeln auf gelb gestellt

Für die FFH-Arten Schwimmendes Froschkraut und Kriechender Sellerie konnte der Erhaltungszustand in Schleswig-Holstein deutlich verbessert werden

Von: Detlev Finke

02.07.2018

Das Schwimmende Froschkraut (Luronium natans) und der Kriechende Sellerie (Apium repens) stellen zwei von drei der in Schleswig-Holstein siedelnden höheren Pflanzen der Anhänge II-IV der FFH-Richtlinie dar, für die das Land eine besondere Erhaltungsverpflichtung hat. Schleswig-Holstein hat 2008 sein Artenhilfsprogramm überarbeitet, v.a. um den Erhaltungsverpflichtungen zu den FFH-Arten Rechnung zu tragen. Zur Umsetzung des Artenhilfsprogramms wurde zudem 2009 die Artenagentur Schleswig-Holstein eingerichtet.
Beide Arten waren zu Beginn der Arbeitsaufnahme der Artenagentur in Schleswig-Holstein vom Aussterben bedroht und kamen als rezente Bestände jeweils nur noch an einem Standort mit wenigen Exemplaren vor. Um den Erhaltungszustand der Arten effektiv zu verbessern, wurden konzertierte Artenhilfsprojekte erarbeitet, deren Ziel es war, den Verbreitungsstand der Arten durch Schutz- und Wiederansiedlungsmaßnahmen möglichst auf einem Stand nach dem Raabe-Atlas (1987) vor 1945 anzuheben.
Neben einigen älteren Ansiedlungen konnten nach diesen Vorgaben in den Jahren 2010 bis 2013 zu Luronium in 29 Ansiedlungen in 14 Gebieten und zu Apium 48 Ansiedlungen in 15 Gebieten umgesetzt werden. Ermöglicht wurde dies v.a. durch die umfängliche Anlage von Feuchtbiotopen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein in den letzten Jahrzenten. Besonders für Apium repens wurden auch die Erhaltungsmaßnahmen am letzten rezenten Standort bei Fehmarn-Sund deutlich verbessert.
Für den aktuellen Monitoringbericht für den FFH-Berichtszeitraum 2013 – 2018 wurden zu Apium 13 und zu Luronium 18 etablierte Vorkommen einer Erfolgskontrolle unterzogen. Ausgehend von diesem Monitoring lässt sich zusammenfassend festhalten, dass für Apium repens in gut 50 % der Gebiete ein mehr oder minder guter Ansiedlungserfolg zu verzeichnen ist. Die Anzahl der Vorkommensgebiete konnte von ehemals 1 auf mittlerweile 6 Vorkommensgebiete mit einem guten Erhaltungszustand erweitert werden.
Noch besser sieht die Situation bei Luronium natans aus. Hier konnten in > 50 % der Ansiedlungsgebiete Vorkommen mit gutem, in drei Fällen sogar mit hervorragendem Erhaltungszustand erfasst werden. Gegenüber dem rezenten Vorkommen im Großensee, Kreis Stormarn, mit 200 Individuen, wiesen 7 der überprüften Einzelvorkommen Individuenzahlen > 1.000 auf, bei 3 Vorkommen konnten sogar > 10.000 Individuen erfasst werden.
Obwohl bei den Pionierarten Apium repens und Luronium natans im Rahmen der natürlichen Stillgewässersukzession zukünftig mit deutlichen Bestandsschwankungen zu rechnen ist, konnte der Erhaltungszustand der Arten in Schleswig-Holstein so deutlich verbessert werden, dass bereits im Monitoringbericht 2013 die Ampelbewertung für beide Arten von rot (U2, schlecht) auf gelb (U1, unzureichend) verbessert werden konnte. Dieser Trend besteht zum FFH-Bericht 2018 weiter fort. Weiteres zu den Arten finden Sie auf den entsprechenden Projektseiten.

zurück zur Übersicht

Angesiedelter Luronium natans-Bestand im Trentmoor, Kreis Segeberg, im hervorragendem Erhaltungszustand