Gelungene Pflanzenartenschutzprojekte begeisterten Tagungsteilnehmer
Tagung in der Akademie für Natur und Umwelt am 19.11.2010 unter dem Thema: "Beispiele gelungener Pflanzenartenschutzprojekte – zur Nachahmung empfohlen!" war ein guter Erfolg
Von: Detlev Finke
24.11.2010
Der Fokus des schleswig-holsteinischen Artenschutzes lag in der Vergangenheit mehr auf faunistischen Projekten und Maßnahmen – allen voran zum Vogelschutz. Dies würdigt die Situation des Landes als eines der bedeutendsten Vogelzug-, -rast- und –brutgebiete in Europa. Seit einigen Jahren wird in Schleswig-Holstein aber auch der botanische Artenschutz verstärkt vorangetrieben.
In Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR), das durch Dr. Silke Lütt die Leitung übernommen hatte, hat die DVL-Koordinierungsstelle und die Artenagentur am 19. November 2010 eine Tagung zum Thema „Beispiele gelungener Pflanzenartenschutzprojekte – zur Nachahmung empfohlen“ in der Akademie für Natur und Umwelt durchgeführt.
Die Tagung bot einen Überblick über erfolgreiche Projektinitiativen des Landes zum botanischen Artenschutz. Langjährige Projekte wie die gleichzeitige Wiederansiedlung des Lungenenzians und des Moorbläulings in der Krummenorter Heide wurden ebenso vorgestellt wie Erhaltungs- und Wiederansiedlungsversuche verschiedener Pflanzenarten im FFH- und Vogelschutzgebiet Geltinger Birk.
Als besonders innovative Artenhilfsprojekte gelten die naturnahe Bestattung auf artenreichen Blumenwiesen des Friedhofs Ahrensburg und die Zusammenarbeit mit der Sand- und Kiesindustrie zur naturnahen Folgenutzung von Abbaustandorten.
Bemerkenswert sind die naturnahe Betriebsgeländegestaltung der Abfallwirtschaftsgesellschaft Rendsburg Eckernförde - ein LEADER-Leuchtturmprojekt - und der Archepark in Eggebek. Im Archepark soll der Erhalt gefährdeter oder vom Aussterben bedrohter Pflanzen- und Tierarten durch Nachzucht und spätere Auspflanzung an gesicherten Standorten in Schleswig-Holstein sichergestellt werden. Dieses Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Neuen Arbeit Nord, einem Projekt, das Hartz-IV-Empfänger in Arbeit bringt, umgesetzt.
Weitere Schwerpunkte waren die Vorstellung des Projekts zur ergebnisorientierten Honorierung von Vertragsnaturschutzmaßnahmen der Stiftung Naturschutz im Kreis Steinburg sowie die Bemühungen zur Wiederansiedlung von Makrophyten in Hamburger Fließgewässern im Rahmen der Wasserrahmenrichtlinie.
Erfreulich auch die Botschaft der Arbeitsgemeinschaft Geobotanik Hamburg und Schleswig-Holstein, die in den vergangenen Jahren wieder ein zunehmendes Interesse an der Mitarbeit zur Erfassung der Flora Schleswig-Holsteins verzeichnen kann. Die AG Geobotanik ruft dazu auf, Pflanzen zu kartieren und zu melden. Weitere Informationen gibt es unter www.ag-geobotanik.de.
Die von der Akademie für Natur und Umwelt des Landes Schleswig-Holstein (AfNU) durchgeführte Tagung war mit 54 Teilnehmenden und Referierenden gut besucht und wirkte hoch motivierend auf alle. Unter der Überschrift „Das Froschkraut in der Grube – Natur- und Artenschutz mit der Sand- und Kiesindustrie“ führen die Veranstalter am 22. Juni 2011 eine Folgeveranstaltung im Kiesabbaugebiet bei Damsdorf durch. Weitere Informationen finden Sie unter www.bnur.schleswig-holstein.de. Auf der Website der Akademie können auch unter dem Menupunkt "Dokumentationen" die Präsentationen (40 MB!!) zur Veranstaltung vom 19.11.2010 heruntergeladen werden
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Wiederansiedlungsmaßnahmen zur Stengellosen Primel im Riesewohld/Dithmarschen (Foto: Artenagentur)

Wiederansiedlung der Gewöhnlichen Kuhschelle an der Treene bei Tüdal/Eggebek mit der Neuen Arbeit Nord (Foto: Artenangentur)

Umsiedlung von Pflanzen-Zielarten mit Rasensoden auf der Geltinger Birk (Foto: H. Grell)

Verortung eines Umsiedlungsstandortes des Breitblättrigen Knabenkrautes mittels GPS (Foto: H. Grell)


