Pilotprojekt "Entwicklung artenreicher Grün- und Offenlandlebensräume in Schleswig-Holstein" erfolgreich abgeschlossen
Trotz anhaltend schlechter Witterung konnte das Pilotprojekt zur Renaturierung artenreichen Grün- und Offenlandes noch vor Auslaufen der Vegetationsperiode erfolgreich umgesetzt werden
Von: Detlev Finke
30.11.2011
Es hätte in der praktischen Umsetzung nur zwei Wochen dauern sollen. Das Pilotprojekt zur Entwicklung artenreicher Grün- und Offenlandlebensräume, in dem umfangreiche Erfahrungen für weitere Folgeprojekte gesammelt werden sollten, war gut vorgeplant. Die Trägerschaft hatte die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein übernommen. Die Aufträge zur Umsetzung der Maßnahmen an regionale Lohnunternehmer waren vergeben, die Durchführung für die zweite und dritte Augustwoche geplant. Das die Maßnahmendurchführung schlussendlich bis Ende September gedauert hat, war dem anhaltend schlechten Wetter in diesem Sommer geschuldet.
Es ist ein generelles Problem in intensiv genutzten Offenlandschaften, dass sich Grünlandflächen in überschaubaren Zeiträumen trotz extensiver Pflege nicht zu artenreichen Lebensräumen entwickeln. Zu geschwächt sind vielfach die im Boden vorhandenen Samenbanken an artenreichen Wildsamen durch die vorausgehenden intensiven Nutzungen, zu selten findet man mittlerweile in unseren Kulturlandschaften noch artenreiche Flächen, von denen aus Wildsamen anfliegen können.
In einem landesweit angesetzten Pilotprojekt sollten daher auf Flächen der Stiftung Naturschutz und weiterer Akteure naturschutzfachliche Erfahrungen in der Renaturierung artenreichen Grün- und Offenlandes gesammelt werden. Dabei ging es neben dem Einsatz mittlerweile ausgereifter Methoden wie der sogenannten Mahdgutübertragung oder der Ansaat von "Regiosaatgut" auch darum, Erfahrungen in der effizienten Projektabwicklung und -organisation sowie der Finanzierung der einzelnen Verfahren zu sammeln.
Das Projekt war zunächst auf 10 Flächen mit unterschiedlichen Standortvoraussetzungen beschränkt. Dabei kamen unterschiedliche Methoden, von der Handmahd bis zum großmaschinellen Maschinenaufgebot zum Einsatz. Die Entwicklung verschiedener Biotoptypen wie Magerrasen, mesophiles Grünland oder Heiderasen wurde erprobt. Die Erfahrungen sollen nun Folgeprojekten zugutekommen.
Das Projekt drohte aufgrund der langanhaltend schlechten Witterung mit häufigen Starkregenereignissen in mehreren Einzelvorhaben zu scheitern. Letztendlich musste aber witterungsbedingt nur eine Fläche aufgegeben werden. Das alles trotzdem so gut geklappt hat, ist nicht zuletzt den sehr engagierten Auftragnehmern und Lohnunternehmen sowie weiteren Projektpartnern, wie z.B. der Bundeswehr zu verdanken, die artenreiche Spenderflächen auf ihren Truppenübungsplätzen zur Verfügung gestellt hat. Alle Beteiligten haben das Projekt mit großem Interesse verfolgt und unterstützt. Weiter Einzelheiten entnehmen Sie bitte unserer ausführlichen Projektdarstellung.
Zu dem Thema fand darüber hinaus am 16.11.2011 eine interessante Tagung beim Bildungszentrum für Natur, Umwelt und ländliche Räume in Flintbek statt. Eine Dokumentation der gehaltenen Vorträge finden Sie unter: http://www.schleswig-holstein.de/AFNU/DE/Service/Dokumentationen/ein_node.html
zurück zur Übersicht
Recherche nach artenreichen Spenderflächen. Magerrasen Truppenübungsplatz Putlos mit Heidenelke und Klappertopf. (Foto: Artenagentur)

"Volles Programm". Im Rahmen der Pflege des Flugplatz Schäferhaus / Flensburg kommt eine schlagkräftiges Maschinenaufgebot zum Einsatz. Ein Teil des Magerrasenaufwuchses kam dem Projekt zugute (Foto: Artenagentur)

Ausbringung von Mahdgut mit Ladewagen und Dosierwalze in Kudensee (Foto: Rasran)

Aufgrund des schlechten Wetters musste das Madgut von einem engagierten Team in Lütjenburg mit Hand verteilt werden (Foto: Rickert)


