Artenhilfsprojekt Grüne Mosaikjungfer im Kreis Dithmarschen
Die Bestände der Grünen Mosaikjungfer gelten in Schleswig-Holstein als „stark gefährdet“. Darüber hinaus hat Schleswig-Holstein für den Schutz dieser Libellenart eine besondere Verantwortung, da sie nur in der norddeutschen Tiefebene vorkommt.
Die Gefährdung der Grünen Mosaikjungfer ist eng an den Rückgang der Bestände der Krebsschere gebunden, da die Libellenweibchen ihre Eier beinahe ausschließlich in diese „gefährdete“ Pflanzenart einstechen.
Das Artenhilfsprojekt zielt darauf ab, die Bestände beider Arten im Kreis Dithmarschen zu fördern. In einer ersten Projektphase werden Krebsscherenpflanzen aus der Region nachgezogen und dann in geeigneten bestehenden Gewässern wieder ausgesiedelt. In einem folgenden Projektabschnitt werden neue Gewässer für die Pflanzen- und Libellenansiedlung geschaffen.
Zielarten
„Natura 2000-Status“, Gefährdung S.-H., Priorität Artenhilfsprogramm
- Grüne Mosaikjungfer: FFH-Richtlinie: Anhang IV, Rote Liste S.-H.: 2, Schleswig- Holstein hat für die Art eine bundesweite Verantwortung, Priorität: 3
- Krebsschere: Rote Liste S.-H.: 3
Beitrag zu Natura 2000-Verpflichtungen
Die Maßnahmen dienen der Bestandsförderung der FFH-Art Grüne Mosaikjungfer.
Maßnahmen
Das Projekt wird in zwei Phasen umgesetzt. Im Jahr 2010 wurden aufbauend auf einer Fundpunktkontrolle zunächst testweise Krebsscherepflanzen nachgezogen und anschließend in geeigneten Gewässern wieder ausgesiedelt. Auf Basis der positiven Erfahrungen der Vermehrungsversuche wurde ein Folgeantrag für eine zweite Projektphase mit einer Ausdehnung der Maßnahmen erarbeitet und bewilligt. Es ist vorgesehen, im Herbst 2011 in sechs Gebieten im Süden des Kreises Dithmarschen insgesamt 14 neue Gewässer anzulegen (Kleingewässer, Grabenaufweitungen), in die Krebsscherenpflanzen aus einem Spendergewässer versetzt werden sollen. Zudem werden weitere Altgewässer mit Krebsscheren besetzt.
Projektbeiträge der Artenagentur
Die Artenagentur hat das Projekt nach einem Hinweis der Faunistisch-ökologischen Arbeitsgemeinschaft mit initiiert und den Projektträger bei der Entwicklung und Beantragung des Projektes unterstützt. Die Artenagentur ist des Weiteren in die Projektumsetzung eingebunden.
Status der Projektbearbeitung
In der ersten Projektphase wurden im Sommer 2010 in ausgewählten Gebieten im Kreis Dithmarschen bekannte alte Fundpunkte der Krebsschere und/oder Grünen Mosaikjungfer auf aktuelle Vorkommen der beiden Arten überprüft. Sofern erforderlich, wurden für die nachgewiesenen Bestände in Abstimmung mit den Flächeneigentümern und verantwortlichen Behörden Managementvorschläge zum Erhalt der lokalen Populationen erarbeitet. Auf Basis der Fundpunktüberprüfungen wurden Anfang September 2010 rund 120 Krebsscherenpflanzen aus einem Kleingewässer südöstlich von Heide entnommen und erfolgreich auf drei Gewässer in anderen geeigneten Gebieten zur Vermehrung verteilt.
Im August 2011 wurde innerhalb der zweiten Projektphase mit der Anlage der neuen Gewässer begonnen (siehe oben).





