Erprobung einer alternativen Blühmischung für das Vertragsnaturschutzprogramm „Ackerlebensräume“ in Gothendorf

Ansprechpartner Artenagentur: Helge Neumann

Projektziele

In Schleswig-Holstein wurde in der Förderperiode 2007-2013/14 das Vertragsnaturschutzprogramm „Ackerlebensräume“ angeboten, im Rahmen dessen eine Frühjahrsansaat einer definierten Blühmischung vorgeschrieben war (Details zum Programm siehe hier, PDF 790 KB). Nicht alle Flächen sind jedoch für eine derartige Aussaat geeignet. Insbesondere auf lehmigen bis tonigen Standorten ist die Frühjahrsbestellung vielfach nicht durchführbar. Aus Artenschutzgründen kann es zudem vorteilhaft sein, auf großen Schlägen neben einer Frühjahrseinsaat auch eine Herbsteinsaat vorzunehmen, da diese zu einer weiteren Diversifizierung des Lebensraumangebotes für Zielarten (s.u.) beitragen kann. Auf dem Betrieb der Familie Witt in Gothendorf (Kreis Ostholstein) wurde deshalb im Rahmen eines abgeschlossenen „Ackerlebensraum“-Vertrages in den Jahren 2010-2014 eine alternative Blühmischung zur Herbstansaat erprobt. Auf Einzelflächen wurde aufgrund der Projekterfahrungen zudem eine Kleemischung getestet.

Zielarten

„Natura 2000-Status“, Gefährdung S.-H., Priorität Artenhilfsprogramm

  • Feldlerche: Rote Liste S.-H.: 3, Priorität: 1
  • Rebhuhn: Rote Liste S.-H.: V, Priorität: 1
  • Wachtel: Rote Liste S.-H.: 3, Priorität: 1

Beitrag zu Natura 2000-Verpflichtungen

Die Auswahl der Vertragsnaturschutzflächen erfolgte im Abgleich mit der Natura
2000-Gebiets-Kullisse.

Maßnahmen

In der alternativen Blühmischung zur Herbstansaat waren Winterweizen sowie weitere Kulturpflanzen und Wildblumen als Beisaaten enthalten. Die Projektmischung wurde auf zunächst vier Ackerschlägen streifenweise im Wechsel mit der Frühjahrs-Standardmischung erprobt. Da sich auf Teilflächen verstärkt "Problempflanzen" ausbreiteten (Ampfer, Disteln), wurde in derartigen Bereichen testweise alternativ eine stärker deckende Kleemischung eingesät. Auf allen Projektflächen waren die Auflagen des o.g. Vertragsnaturschutzprogramms einzuhalten.

Projektbeiträge der Artenagentur

Die Artenagentur hat das Projekt in Kooperation mit dem LLUR initiiert und den Projektträger bei der Entwicklung und Beantragung des Projektes unterstützt. Die Entwicklung der Testflächen wurde durch die Artenagentur in Kooperation mit dem LLUR fachlich begleitet, um zu ermitteln, ob die Projektmischungen ggf. in das Programm „Ackerlebensräume“ integriert werden können.

Status der Projektbearbeitung

Die Familie Witt hat nach Vorgesprächen mit der Artenagentur und dem LLUR einen Antrag für eine großflächige Teilnahme an dem Vertragsnaturschutzprogramm „Ackerlebensräume“ gestellt. Nach Bewilligung des Antrags wurde im Rahmen eines gemeinsamen Ortstermins die Saatmischung für die Herbsteinsaat besprochen (siehe oben). Des Weiteren wurden die näheren Einzelheiten für die Bestellung und Auswahl der Projektflächen festgelegt. Die Etablierung der o.g. Projektmischung zur Herbstansaat erfolgte erstmals im September 2010. Die Projektflächen wurden in den Folgejahren 2011-2014 alljährlich gemeinsam begangen, um auf Basis der Flächenentwicklungen ggf. erforderliche Anpassungen der Maßnahmenerprobungen zu vereinbaren. Die o.g. Kleemischung wurde im Herbst 2013 angesät. Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt in Gothendorf wurden für das MELUR alljährlich dokumentiert und sind in die Weiterentwicklung des Programms "Ackerlebensräume" für die Förderperiode 2014-2020 eingeflossen.

Projektträger

Otto und Ute Witt, Gothendorf

Projektfläche Mai 2011 (Foto: Artenagentur)
Projektfläche Mai 2011 (Foto: Artenagentur)
Projektfläche Mai 2011 (Foto: Artenagentur)
Projektfläche Mai 2011 (Foto: Artenagentur)
Projektfläche Juli 2012 (Foto: Artenagentur)
Projektfläche Juli 2012 (Foto: Artenagentur)
Projektfläche Juli 2013 (Foto: Artenagentur)
Projektfläche Juli 2013 (Foto: Artenagentur)
Projektfläche Mai 2014 (Foto: Artenagentur)
Projektfläche Mai 2014 (Foto: Artenagentur)
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