Pilotprojekt extensive Grünlandwirtschaft Eider-Treene-Sorge

Im Rahmen des Projektes wird ein gesamtbetriebliches Naturschutzvertragsmuster „Extensive Grünlandwirtschaft Eider-Treene-Sorge“ erprobt. Das Programm beinhaltet abgestufte Nutzungsauflagen für das einzelbetriebliche Grünland (grüne, gelbe, rote Flächen) und hat zum Ziel,  die Bestände gefährdeter Wiesenvogelarten zu schützen und zu fördern.

Zielarten

„Natura 2000-Status“, Gefährdung S.-H., Priorität Artenhilfsprogramm

  • Kiebitz: Rote Liste S.-H.: 3, Priorität: 1
  • Uferschnepfe: Rote Liste S.-H.: 2, Priorität: 2
  • Großer Brachvogel: Rote Liste S.-H.: 3, Priorität: 1
  • Rotschenkel: Rote Liste S.-H.: V, Priorität: 2
  • Bekassine: Rote Liste S.-H.: 2, Priorität: 1
  • Feldlerche: Rote Liste S.-H.: 3, Priorität: 1
  • Wiesenpieper: Rote Liste S.-H.: V, Priorität: 1
  • Braunkehlchen: Rote Liste S.-H.: 3, Priorität: 1

Beitrag zu Natura 2000-Verpflichtungen

Das Bearbeitungsgebiet ist zu großen Anteilen Bestandteil des EU-Vogelschutzgebietes „Eider-Treene-Sorge“ (DE 1622-493). Die Nutzungsauflagen für die Grünlandflächen dienen unmittelbar den Natura 2000-Erhaltungszielen und sind mit der derzeit laufenden Managementplanung abgestimmt.

Maßnahmen

Das gesamtbetriebliche Vertragsnaturschutzmuster wurde in Anlehnung an das bereits in Schleswig-Holstein angebotene Programm „Weide-Landschaft Marsch“ entwickelt. Die ausgewählten Pilotbetriebe bringen ihr gesamtes Grünland in das Programm ein, wobei die Grünlandflächen frei drei unterschiedlichen Auflagenintensitäten zugeteilt werden konnten (grüne, gelbe, rote Flächen). Die Nutzungsauflagen der unterschiedlichen Flächenkategorien wurden speziell für die Standort- und Betriebsverhältnisse der Eider-Treene-Sorge-Niederung entwickelt. Auf den roten Flächen werden Biotop gestaltende Artenhilfsmaßnahmen durchgeführt (Anlage von Blänken), die mit den bisherigen Ansätzen in der Region nicht auf Privatflächen durchführbar waren. Das Projekt wird auf drei Betrieben durchgeführt und beinhaltet Begleituntersuchungen zu ökologischen und ökonomischen Parametern. Das Pilotprojekt läuft zwei Jahre. Projektziel ist die Entwicklung eines fünfjährigen Vertragsnaturschutzprogramms. 

Projektbeiträge der Artenagentur

Die Artenagentur hat das Projekt mit initiiert und war bei der Projektentwicklung und -antragstellung beteiligt. Die Projektumsetzung erfolgt eigenständig durch den Projektträger.

Status der Projektbearbeitung

In den Jahren 2010 und 2011 wurden Begleituntersuchungen zu Auswirkungen der Bewirtschaftungsauflagen auf Brut- und Rastvogelbestände durchgeführt (Wiesenvögel, nordische Schwäne). Zudem wurden die betriebswirtschaftlichen Effekte der Auflagen analysiert. Mit der Umsetzung der Biotop gestaltenden Maßnahmen (Grabenabschrägungen, Anlage von Blänken, Gehölzentfernungen) konnte aufgrund der Witterungsbedingungen erst im Winter 2010/11 begonnen werden. Im Jahr 2011 wurden Begleituntersuchungen zu Auswirkungen auf die Grabenmorphologie sowie die Grabenvegetation durchgeführt. Weitere Informationen zu dem Pilotprojekt sowie erste Ergebnisse der Begleituntersuchungen sind im Jagd- und Artenschutzbericht 2011 veröffentlicht. 

Projektträger

Kooperationspartner

Kiebitz (Foto: Artenagentur)
Kiebitz (Foto: Artenagentur)
Uferschnepfe (Foto: Artenagentur)
Uferschnepfe (Foto: Artenagentur)
Rotschenkel (Foto: Artenagentur)
Rotschenkel (Foto: Artenagentur)
Eider-Treene-Sorge-Niederung (Foto: Artenagentur)
Eider-Treene-Sorge-Niederung (Foto: Artenagentur)
Großer Brachvogel (Foto: Artenagentur)
Großer Brachvogel (Foto: Artenagentur)
Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V. - Artenagentur Schleswig-Holstein
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