Pilotprojekt KOLK - Einrichtung von Demonstrationsflächen auf dem Lämmerhof
In Schleswig-Holstein wurde zum 1. März 2010 die „Koordinierungsstelle Lauenburgische Kulturlandschaft“ – kurz KOLK – eingerichtet. Die Personal- und Sachkosten der Koordinierungsstelle werden anteilig durch die Umweltlotterie BINGO! finanziert. Projektträger sind die Stiftung Aktion Kulturland und der Verein Natur Plus e.V. Panten. Hauptaufgabe der Koordinierungsstelle ist es, die Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen auf landwirtschaftlichen Betrieben zu initiieren und zu unterstützen. Auf Basis der Naturschutzleistungen soll zudem eine Vermarktungsschiene zum Nutzen der beteiligten Betriebe aufgebaut werden. Eine erfolgreiche Vermarktung kann langfristig zur ökonomischen Tragfähigkeit des Projektes beitragen.
Die Koordinierungsstelle berät landwirtschaftliche Betriebe über bestehende Fördermöglichkeiten für Naturschutzmaßnahmen (Grünland, Biotop gestaltende Maßnahmen). Für Ackerflächen werden spezielle „KOLK-Maßnahmen“ vermittelt, die insbesondere für gefährdete Feldvogelarten geeignete Lebensräume schaffen sollen (siehe unten)
Um die „KOLK-Ackermaßnahmen“ vorstellen, erläutern und erproben zu können, wurden für den Zeitraum 2010-2013 auf dem Lämmerhof in Panten auf rund 80 ha Demonstrationsflächen angelegt.
Zielarten
„Natura 2000-Status“, Gefährdung S.-H., Priorität Artenhilfsprogramm
- Kiebitz: Rote Liste S.-H.: 3, Priorität: 1
- Feldlerche: Rote Liste S.-H.: 3, Priorität: 1
- Wiesenpieper: Rote Liste S.-H.: V, Priorität: 1
- Braunkehlchen: Rote Liste S.-H.: 3, Priorität: 1
- Rebhuhn: Rote Liste S.-H.: V, Priorität: 1
- Wachtel: Rote Liste S.-H.: 3, Priorität: 1
- Neuntöter: EU-Vogelschutzrichtlinie: Anhang I, Rote Liste S.-H.: V, Priorität: 1
Beitrag zu Natura 2000-Verpflichtungen
Das Projekt dient der Bestandsförderung der o.g. Zielarten sowie der Förderung der lokalen Biodiversität.
Maßnahmen
Als KOLK-Ackermaßnahmen werden aufbauend auf der Wirtschaftsweise des Ökologischen Landbaus eine kleinteilig optimierte Fruchtartenverteilung, die gezielte Anlage von Brach- und Blühflächen sowie die Bereitstellung von Winterfutterflächen (Stoppeläcker, nicht geerntetes Getreide) erprobt.
Die verschiedenen Maßnahmen werden durch den Lämmerhof in den Anbau integriert, indem die Fruchtartenvielfalt auf den Projektflächen nahezu verdoppelt wird. Die durchschnittliche Größe der Bewirtschaftungseinheiten wird durch die Einrichtung der Demonstrationsflächen von ca. 4,5 ha auf ca. 2,5 ha reduziert.
Um die Wirksamkeit der Ackermaßnahmen zu überprüfen, wird ein faunistisches Monitoring durchgeführt. Zudem werden die betrieblichen Effekte der Maßnahmen analysiert. In dem Pilotprojekt soll ermittelt werden, ob und ggf. wie KOLK-Ackermaßnahmen in (EU-kofinanzierte) Agrarumweltprogramme übernommen werden können.
Projektbeiträge der Artenagentur
Die Artenagentur hat das Projekt mit initiiert und den Projektträger bei der Entwicklung und Beantragung des Projektes unterstützt. Des Weiteren ist die Artenagentur in die Projektdurchführung eingebunden.
Status der Projektbearbeitung
Der Antrag wurde im Juni 2010 durch das MLUR bewilligt. Die Demonstrationsflächen wurden - nach Genehmigung des vorzeitigen Maßnahmenbeginns - bereits zuvor im Frühjahr antragsgemäß angelegt. Im Sommer 2010 wurde damit begonnen, auf ausgewählten Demonstrationsflächen Begleituntersuchungen zum Vorkommen von Brutvögeln und ausgewählten Insektengruppen durchzuführen.








