Praxiserprobung und Erfolgskontrolle "kleinteilige Ackerbewirtschaftung"

Ansprechpartner Artenagentur: Helge Neumann

Projektziele

Im Rahmen des Pilotprojektes „Koordinierungsstelle Lauenburgische Kulturlandschaft (KOLK)“ wurde in den Jahren 2010-2013 ein Angebotskatalog an Ackermaßnahmen erprobt, der die Bewirtschaftungsgrundsätze des Ökologischen Landbaus gezielt um spezielle Artenschutzaspekte ergänzt. Aufgrund der Ergebnisse von Begleituntersuchungen sowie der großen Maßnahmenakzeptanz bei den beteiligten Landwirten wurde im Rahmen des KOLK-Projektes ein erster Vorschlag für ein mögliches neues Vertragsnaturschutzprogramm „kleinteilige Ackerbewirtschaftung“ erarbeitet. Um diesen Programmentwurf abschließend auf seine Praxistauglichkeit sowie seinen Beitrag zum Artenhilfsprogramm Schleswig-Holstein zu überprüfen, wurde im Jahr 2014 ein Folgeprojekt durchgeführt, in dem zugleich die bisherigen Kalkulationen der Ausgleichszahlungen verifiziert werden sollten.

Zielarten

„Natura 2000-Status“, Gefährdung S.-H., Priorität Artenhilfsprogramm

  • Rebhuhn: Rote Liste S.-H.: V, Priorität: 1
  • Feldlerche: Rote Liste S.-H.: 3, Priorität: 1
  • Braunkehlchen: Rote Liste S.-H.: 3, Priorität: 1
  • Neuntöter: EU-Vogelschutzrichtlinie: Anhang I, Rote Liste S.-H.: V, Priorität: 1
  • Wachtel: Rote Liste S.-H.: 3, Priorität: 1
  • Kiebitz: Rote Liste S.-H.: 3, Priorität: 1

Beitrag zu Natura 2000-Verpflichtungen

Die „kleinteilige Ackerbewirtschaftung“ hat keinen direkten Bezug zu Natura 2000-Verpflichtungen sondern hat zum Ziel, die allgemeine Biodiversität in der Agrarlandschaft zu fördern. Durch die Maßnahmen können jedoch die Bestände der o. g. Natura 2000-Art unterstützt werden.

Maßnahmen

Die „kleinteilige Ackerbewirtschaftung“ beinhaltet aufbauend auf der Wirtschaftsweise des Ökologischen Landbaus eine kleinräumig optimierte Fruchtartenverteilung, die durch eine gezielte Anlage von Brach- und Blühflächen ergänzt wird. Der Entwurf für das Vertragsmuster wurde im Jahr 2014 auf insgesamt 32 Projektflächen erprobt, die sich auf 13 Betriebe verteilen. Um die Bedeutung der „kleinteiligen Ackerbewirtschaftung“ für die o.g. Zielarten zu überprüfen, wurden auf ausgewählten Projektflächen Vogelerfassungen durchgeführt. In die Erfolgskontrolle wurden Vergleichsflächen mit konventioneller Ackerbewirtschaftung einbezogen. Um die Mehrkosten der „kleinteiligen Ackerbewirtschaftung“ zu quantifizieren, wurden Betriebsleiterinterviews durchgeführt und flächenspezifische Bewirtschaftungsdaten erhoben.

Projektbeiträge der Artenagentur

Die Artenagentur hat das Projekt in Abstimmung mit dem MELUR initiiert und den Projektträger bei der Antragstellung unterstützt. Die Artenagentur hat zudem die Begleituntersuchungen geplant und die erhobenen Daten ausgewertet. Die vogelkundlichen Freilanderfassungen wurden im Rahmen des Projektes an ein externes Büro vergeben. Die Daten zu den betrieblichen Auswirkungen wurden ebenfalls durch einen externen Bearbeiter erhoben.

Status der Projektbearbeitung

Die Freilanderfassungen und Auswertungen wurden im Jahr 2014 abgeschlossen. Die Erläuterungen zu dem neuen Vertragsnaturschutzprogramm „Kleinteiligkeit im Ackerbau“, das auf Basis der Projektergebnisse seit Herbst 2014 durch das MELUR angeboten wird, finden sich hier (PDF).

Fotos: Artenagentur
Fotos: Artenagentur
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