Artenhilfsprojekt Schlingnatter und Zauneidechse im Kreis Dithmarschen

Ansprechpartner Artenagentur: Helge Neumann

Projektziele

Hauptinhalte des Projektes sind die Optimierung des Habitatmanagements sowie die Verbesserung des Biotopverbundes für die Schlingnatter sowie die Zauneidechse entlang der Bahntrasse Hamburg – Westerland/Sylt im Kreis Dithmarschen. Das Projekt wird in zwei (Jahres-) Schritten durchgeführt. Im Sommer/Herbst 2009 wurde in ausgewählten Gebieten eine Erfassung der Reptilienvorkommen durchgeführt, da Vorkommen der Schlingnatter sowie der Zauneidechse aufgrund der Habitateigenschaften sowie der lokalen Verbreitung der Arten vermutet wurden, jedoch noch nicht bekannt waren. In dem zweiten Projektschritt wurden auf Basis der Untersuchungsergebnisse im Frühjahr 2011 in zunächst zwei ausgewählten Gebieten Schutzmaßnahmen umgesetzt.

Zielarten

„Natura 2000-Status“, Gefährdung S.-H., Priorität Artenhilfsprogramm

  • Schlingnatter: FFH-Richtlinie: Anhang IV, Rote Liste S.-H.: 1, Priorität: 2
  • Zauneidechse: FFH-Richtlinie: Anhang IV, Rote Liste S.-H.: 2, Priorität: 1

Beitrag zu Natura 2000-Verpflichtungen

Beide Zielarten des Projektes sind im Anhang IV der FFH-Richtlinie gelistet. Eines der Untersuchungsgebiete ist Bestandteil des FFH-Gebietes „Klev- und Donnlandschaft bei St. Michaelisdonn“ (2020-301), dessen Managementplanung ebenfalls durch den Projektträger (siehe unten) erfolgt.

Maßnahmen

Für die Umsetzung der Artenhilfsmaßnahmen in den beiden Gebieten ist kein Flächenerwerb notwendig. Art und Umfang der Maßnahmen wurden im Vorfeld mit den Flächeneigentümern abgestimmt. Die Artenhilfsmaßnahmen zielen im Hinblick auf die Lebensraumansprüche der Zielarten darauf ab, ein Mosaik aus unterschiedlichen Vegetationsbeständen und kleineren Offenbodenstellen (u.a. Eiablageplätze für die Zauneidechse) zu schaffen. In Abhängigkeit der Beschaffenheit der Gebiete (Geländeoberfläche, Gehölzaufkommen, Vergrasung, noch vorhandene Heidebestände) sind jeweils unterschiedliche Einzelmaßnahmen vorgesehen.

Projektbeiträge der Artenagentur

Die Artenagentur hat das Projekt nach einem Hinweis der Faunistisch-ökologischen Arbeitsgemeinschaft mit initiiert und den Projektträger bei der Entwicklung und Beantragung des Projektes unterstützt. Die Artenagentur ist des Weiteren in die Maßnahmenumsetzung eingebunden.

Status der Projektbearbeitung

Die Kartierungen im Jahr 2009 erfolgten durch einen externen Gutachter und waren die Basis für Managementempfehlungen. Bereits parallel zu den Kartierungen wurden Projekttreffen und Exkursionen durchgeführt, auf denen mögliche Schutzmaßnahmen und deren Umsetzungsmöglichkeiten diskutiert wurden. Im Winter 2009/10 wurde hierauf aufbauend ein Folgeantrag für die Umsetzung von Artenhilfsmaßnahmen in zwei Projektgebieten gestellt. Nach Bewilligung des Antrags wurden im Frühjahr 2011 in beiden Gebieten verschiedene Maßnahmen umgesetzt, um die Flächen für die beiden Zielarten aufzuwerten (u.a. Gehölzentfernung, Schaffung von Offenbodenstellen). Die weitere zukünftige Offenhaltung der beiden Gebiete erfolgt bei Bedarf durch "Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen", die durch den Projektträger beantragt werden.

Reptilienerfassung (Foto: Artenagentur)
Reptilienerfassung (Foto: Artenagentur)
Verbreitung der Schlingnater in S.-H.
Verbreitung der Schlingnater in S.-H.
Schlingnatter (Foto: Artenagentur)
Schlingnatter (Foto: Artenagentur)
Zauneidechse (Foto: Artenagentur)
Zauneidechse (Foto: Artenagentur)
Maßnahmenumsetzung (Foto: I. Mauscherning)
Maßnahmenumsetzung (Foto: I. Mauscherning)
Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V. - Artenagentur Schleswig-Holstein
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