Wiedervernässung des „Saal“ in der Gemeinde Bliestorf
Der so genannte „Saal“ ist eine weitläufige Ackersenke auf bindigen, wasserhaltenden Böden südlich des Gutes Bliestorf im Kreis Herzogtum Lauenburg. Das Gebiet wurde seit gut 30 Jahren durch ein Schöpfwerk entwässert. Im Rahmen des Projektes wurde ein Flachgewässer mit einer Größe von ca. 8 -10 ha geschaffen. Das Umland der Vernässungsfläche wird extensiv beweidet, um den offenen Charakter des Gewässers möglichst lange zu erhalten. Abgesehen von der großen Bedeutung für Zielarten aus der Gruppe der Brutvögel (s. u.) haben solche Flächen eine große Bedeutung für den Amphibienschutz, da stets Abwanderungen und Neukolonisierungen in der Umgebung stattfinden.
Zielarten
„Natura 2000-Status“, Gefährdung S.-H., Priorität Artenhilfsprogramm
- Knäkente: Rote Liste S.-H.: V, Priorität: 1
- Kiebitz: Rote Liste S.-H.: 3, Priorität: 1
- Feldlerche: Rote Liste S.-H.: 3, Priorität: 1
- Wiesenpieper: Rote Liste S.-H.: V, Priorität: 1
- Braunkehlchen: Rote Liste S.-H.: 3, Priorität: 1
- Knoblauchkröte: Anhang IV FFH-Richtlinie, Rote Liste S.-H.: 2, Priorität: 1
- Laubfrosch: Anhang IV FFH-Richtlinie, Rote Liste S.-H.: 3, Priorität: 2
Beitrag zu Natura 2000-Verpflichtungen
Das Projekt dient dem Erhalt und der Förderung der o. g. FFH-Arten.
Maßnahmen
Um die Vernässungsmaßnahmen umsetzen zu können, wurde die o. g. Fläche im Frühjahr 2010 durch den Projektträger (s.u.) mit Mitteln der EU sowie des MLUR erworben. Für die Einrichtung der Beweidung, die durch einen örtlichen Landwirtschaftsbetrieb erfolgt, wurde die Gesamtfläche eingezäunt.
Projektbeiträge der Artenagentur
Die Artenagentur hat das Projekt nach einem Hinweis aus der Region in Kooperation mit der DVL-Landeskoordination initiiert und den Projektträger bei der Entwicklung und Beantragung des Projektes unterstützt. Die Artenagentur ist des Weiteren in die Maßnahmenumsetzung eingebunden.
Status der Projektbearbeitung
Im Anschluss an den Grunderwerb wurde im Jahr 2010 die Flächenentwässerung aufgehoben. Mit der Beweidung konnte nach Einzäunung der Fläche im Frühjahr 2011 begonnen werden. Die Biotop gestaltenden Maßnahmen (Bau eines Viehüberwegs über einen Graben, Herstellung offener Drainageausläufe, Infotafel) wurden im Herbst 2011 abgeschlossen.







