Artenhilfsprojekt Kriechender Sellerie
Apium repens (Jacq.)Lag.
Im Rahmen des Projektes wird der Kriechende Sellerie (Apium repens) an ausgewählten Stellen im ursprünglichen Verbreitungsgebiet im Südosten Schleswig-Holsteins (wieder-) angesiedelt.
Zielarten
(„Natura 2000-Status“, Gefährdung S.-H., Priorität Artenhilfsprogramm)
Kriechender Sellerie: FFH-Richtlinie: Anhang II, Rote Liste S.-H.: 1, Priorität: 1
Beitrag zu Natura 2000-Verpflichtungen
Es wird angestrebt, durch die (Wieder-) Ansiedlungen eine Bestandssituation zu erreichen, die mit der historischen Situation vor 1945 vergleichbar ist. Apium repens soll so in einen guten Erhaltungszustand für das Land Schleswig-Holstein gebracht werden.
Bisherige Wiederansiedlungsmaßnahmen
Ausgehend von umfangreichen Untersuchungen zur Ökologie und Populationsbiologie zu A. repens seitens der Uni Hamburg und dem ehem. Landesamt für Umwelt- und Natur (LANU, heute LLUR) erste Wiederansiedlungen in Schleswig-Holstein im Rahmen des Life-Baltcoast-Projektes (www.life-baltcoast.de) in folgenden Gebieten durchgeführt:
- Sehlendorfer Binnensee, an Gewässerufer (2007)
- Eichholzniederung, an neu angelegten Teichrändern (2007)
- Neustädter Binnenwasser, an Gewässerufern (2008) Angesiedelt wurden sowohl angezogene Jungpflanzen als auch ältere Pflanzen und Wiesenausschnitte von autochthonem Pflanzmaterial der Sundwiesen von Fehmarn.
Weitere Maßnahmen
Das hohe Aussterberisiko von Apium repens besteht trotz der bisher durchgeführten Wiederansiedlungsmaßnahmen aufgrund des geringen Ausbreitungsvermögens nach Expertenmeinung weiterhin fort. Die bisherigen Managementbemühungen sollten durch Populationsstärkungen und Wiederansiedlung an weiteren geeigneten Standorten im ursprünglichen Verbreitungsraum ergänzt werden.
Ziel der Maßnahme solle es sein, für A. repens im ursprünglichen Verbreitungsraum stabile, sich selbst reproduzierende Populationen in ausreichender Zahl aufzubauen. Ziel im Rahmen dieses Projektantrages ist es daher, innerhalb von 3 Wiederansiedlungsjahren mindestens 10 Populationen mit mindestens 100 Pflanzen zu etablieren. Dabei sollen sowohl bestehende Populationen – wo nötig – gestärkt werden, als auch weitere Wiederansiedlungsmaßnahmen durchgeführt werden.
Erhalt und Sicherung der bereits bestehenden Standorte
Die Voraussetzungen zur Sicherung und zum Erhalt der bereits bestehenden Vorkommen von A. repens stellt sich sowohl in den Sundwiesen bei Fehmarnsund als auch bei den bereits wieder angesiedelt Vorkommen recht günstig dar. Im Rahmen des FFH-Monitorings wird der Bestand in Fehmarnsund innerhalb bestimmter witterungsbedingter Schwankungsbreiten als über die Jahre hin stabil angesehen. Alle Flächen unterliegen einem naturschutzfachlichen Management, welches den langfristigen Erhalt der Art auf diesen Standorten voraussichtlich sicherstellt. Lediglich der angesiedelte Bestand am Selendorfer Binnensee ist dem Gänsefrass zum Opfer gefallen.
Projektbeiträge der Artenagentur
Die Artenagentur hat das Projekt in Kooperation mit dem LLUR initiiert und den Projektträger bei der Entwicklung, Beantragung und Abwicklung des Projektes unterstützt. Sie ist weiterhin bei der Flächenrecherche und Umsetzung der Wiederansiedlungsmaßnahmen beteiligt.
Status der Projektbearbeitung
Das Projekt ist auf eine Laufzeit von 3 Jahren, von 2010 bis 2012, ausgelegt. Der vorzeitige Maßnahmenbeginn wurde zum 14.06.2010 vom MLUR genehmigt. Kurzfristig darauf wurde der Auftrag zur Vermehrung von Apium repens vergeben. Mit der Stiftung Naturschutz wurde Anfang des Jahres ein Arbeitstreffen durchgeführt, um potentielle Ansiedlungsflächen zu identifizieren. Eine umfangreichere Vor-Ort-Recherche zu den möglichen Wiederansiedlungsflächen wurde bereits im März 2010 von Seiten der Artenagentur durchgeführt. Weitere Flächenrecherchen erfolgen im Laufe des Jahres. Noch im Herbst 2010 ist daran gedacht, erste Auspflanzungsmaßnahmen durchzuführen.






