Artenhilfsprojekt Stängellose Primel
Primula vulgaris Huds.
In dem Projekt sollen vorhandene Populationen der Stängellosen Primel (Primula vulgaris) durch Wiederansiedlung in drei Verbreitungsgebieten der ursprünglichen Vorkommen in Schleswig-Holstein gestärkt werden. Da Primula vulgaris an Standorten mit stärkerem Publikumsverkehr stark durch Ausgraben gefährdet ist, sollen die Ansiedlungsaktionen mit einer intensiveren Öffentlichkeitsarbeit begleitet werden.
Zielarten
(„Natura 2000-Status“, Gefährdung S.-H., Priorität Artenhilfsprogramm)
Stängellose Primel (Primula vulgaris): Rote Liste SH: 2, Schleswig-Holstein hat für die Art eine bundesweite Verantwortung, Priorität: 3
Beitrag zu Natura 2000-Verpflichtungen
Die Stängellose Primel ist keine FFH-Art. Die Bearbeitungsgebiete sind Bestandteil folgender FFH-Gebiete:
- „Südküste der Eckernförder Bucht und vorgelagerte Flachgründe“ (DE 1526-391),
- „Aassee und Umgebung“ (DE 1425-330),
- „Küstenbereiche Flensburger Förde von Flensburg bis Geltinger Birk“ (DE 1123-393),
- „Riesewohld und angrenzende Flächen“ (DE 1821-391).
Konkrete Pflegemaßnahmen sind an den Standorten (Schluchtwälder, Hangwälder an Reliktkliffs der Ostsee) i.d.R. nicht notwendig. Als indirekte Biotopschutzmaßnahmen sind Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärungskampagnen vorgesehen.
Maßnahmen
Flächensicherungen werden voraussichtlich nicht für die Umsetzung des Projektes notwendig sein, da sich die Vorkommen der Stängellosen Primel weitestgehend auf schwer zu nutzende oder geschützte Landschaftsbestandteile/-elemente (Schluchtwälder, Knicks, Kliffs etc.) beschränken.
Der Bestandszerstörung durch Mülleintrag und Ausgraben soll zunächst durch eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit begegnet werden. Ggf. sind weitere Schutzmaßnahmen im Einvernehmen mit Flächeneigentümern notwendig (bspw. Abzäunungen).
Projektbeiträge der Artenagentur
Die Artenagentur hat das Projekt nach einem Hinweis der AG Geobotanik in Schleswig-Holstein und Hamburg e.V. initiiert. Sie unterstüzt den Projektträger bei der Entwicklung, Beantragung und Umsedtzung des Projektes.
Stand der Projektbearbeitung
Mit Beratung des LLUR sowie der AG Geobotanik in Schleswig-Holstein und Hamburg e.V. wurden geeignete Vorkommen von P. vulgaris in der Geltinger Birk, im Riesewohld und in der Eckernförder Bucht bei Aschau und am Aassee zur Beerntung und zur ortsnahen Wiederansiedlung identifiziert. Bei der Flächenrecherche wurde auf die Ergebnisse einer landesweiten Kartierung der AG Geobotanik zurückgegriffen (siehe Romahn et al. 2007).
Mit der Integrierten Station Geltinger Birk und der Lokalen Aktion Bündnis Naturschutz in Dithmarschen e.V. konnten zwei regionale Akteure gewonnen werden, die im Sommer 2009 sowohl vor Ort Saatgut an ausgewählten Mutterpflanzenpopulationen sammelten, als auch eine Wiederansiedlung an geeigneten Standorten in 2010 sicherstellen werden. Im Bereich der Eckernförder Bucht wurden die Bestände durch die Artenagentur beerntet.
Im Juli 2009 wurden die Samen zur Vermehrung an eine Gärtnerei übergeben. Das Saatgut wurde zum Winterausgang Anfang 2010 zur Aussaat gebracht und steht nach Auskunft des Betriebes im Juli/August 2010 als vorgezogene Einzelpflanzen zur Auspflanzung zur Verfügung. Es wurde vereinbart, 1.000 Pflanzen anzuziehen.
Im Sommer 2010 wurden Ansiedlungsmaßnahmen im Reisewohld und in Ost-Angeln durchgeführt. Die gewonnene Saat aus den Gebeiten der Eckernförder-Bucht ist nicht aufgelaufen. Die angesiedelten Pflanzen sollen in 2011 einem Monitoring unterzogen werden.








