Umsetzung von Artenhilfsmaßnahmen auf dem Biohof Schoolbek

Ansprechpartner Artenagentur: Helge Neumann

Projektziele

Auf dem Biohof Schoolbek an der Schlei wird seit dem Jahr 2009 ein langjähriges Artenhilfsprojekt durchgeführt. Auf ausgewählten Acker- und Grünlandflächen des Betriebes werden Bewirtschaftungsvorgaben eingehalten, um die Bestände der u. g. Zielarten zu erhalten und zu fördern.

Zielarten

„Natura 2000-Status“, Gefährdung S.-H., Priorität Artenhilfsprogramm

  • Kiebitz: Rote Liste S.-H.: 3, Priorität: 1
  • Feldlerche: Rote Liste S.-H.: 3, Priorität: 1
  • Wiesenpieper: Rote Liste S.-H.: V, Priorität: 1
  • Rebhuhn: Rote Liste S.-H.: V, Priorität: 1
  • Wachtel: Rote Liste S.-H.: 3, Priorität: 1
  • Braunkehlchen: Rote Liste S.-H.: 3, Priorität: 1
  • Neuntöter: EU-Vogelschutzrichtlinie: Anhang I, Rote Liste S.-H.: V, Priorität: 1
  • Lämmersalat, Rote Liste S.-H.: 1, Priorität: 3

Beitrag zu Natura 2000-Verpflichtungen

Die Nutzungsauflagen dienen dem Erhalt und der Förderung der Bestände der o. g. Zielarten. Die Vertragsflächen liegen nicht unmittelbar innerhalb der Natura 2000-Kulisse, sind jedoch überwiegend der Hauptverbundachse bzw. dem Schwerpunktbereich des Biotopverbundes zwischen dem FFH-Gebiet „Schlei incl. Schleimünde und vorgelagerter Flachgründe“ und dem Vogelschutzgebiet „Schlei“ im Westen sowie dem FFH-Gebiet „Großer Schnaaper See, Bültsee und anschließende Flächen“ im Osten zuzuordnen. Einige der Vertragsflächen grenzen direkt an die genannten Natura 2000-Gebiete im Westen an.

Maßnahmen

Der Projektträger (s.u.) und die Betriebsleiterin haben mit finanzieller Unterstützung des MLUR für einen Zeitraum von 13 Jahren für insgesamt neun Flächen Nutzungsvereinbarungen abgeschlossen. Die Bewirtschaftungsvorgaben sind auf die o.g. Zielarten ausgerichtet und beinhalten aufbauend auf den Richtlinien des Ökologischen Landbaus auf den Ackerflächen z.B. bestimmte Ansaat- und Erntetermine, einen Verzicht auf mechanische Pflegemaßnahmen sowie die gezielte Einschaltung von Brachejahren mit Selbstbegrünung. Für die Einrichtung der Extensivbeweidungen mussten Flächen eingezäunt werden. Die Bewirtschaftung der Vertragsflächen erfolgt in Kooperation mit Landwirtschaftsbetrieben aus der Region. Die Entwicklung der Ackerbegleitflora wird durch eine Monitoring dokumentiert. Die Artenhilfsmaßnahmen auf dem Biohof Schoolbek sind ein Beitrag zu dem bundesweiten Projekt "100 Äcker für die Vielfalt".

Projektbeiträge der Artenagentur

Die Artenagentur hat auf einen Hinweis der AG Geobotanik in Schleswig-Holstein und Hamburg e.V. sowie des LLUR hin das Projekt an den jetzigen Projektträger herangetragen und war maßgeblich an der Projektentwicklung beteiligt. Die Projektkoordination erfolgt in Absprache mit dem Projektträger zu großen Teilen durch die Artenagentur.

Status der Projektbearbeitung

Das Projekt befindet sich nach erfolgreicher Projektentwicklung und Antragstellung in der Umsetzungsphase, die weiterhin von der Artenagentur begleitet wird. Weitere Informationen zu dem Artenhilfsprojekt auf dem Biohof Schoolbek finden sich hier.

Mahd zur Vorbereitung der Einzäunung einer Projektfläche (Foto: Artenagentur)
Mahd zur Vorbereitung der Einzäunung einer Projektfläche (Foto: Artenagentur)
Lämmersalat (Foto: Artenagentur)
Lämmersalat (Foto: Artenagentur)
Schutzackerbesichtigung (Foto: M. Harder)
Schutzackerbesichtigung (Foto: M. Harder)
Acker-Löwenmäulchen (Foto: Artenagentur)
Acker-Löwenmäulchen (Foto: Artenagentur)
Infoschild (Foto: Artenagentur)
Infoschild (Foto: Artenagentur)
Stoppelacker mit Acker-Löwenmäulchen, Acker-Ziest und Acker-Hundskamille (Foto: Artenagentur)
Stoppelacker mit Acker-Löwenmäulchen, Acker-Ziest und Acker-Hundskamille (Foto: Artenagentur)
Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V. - Artenagentur Schleswig-Holstein
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