Pilotprojekt Feuchtwiesenschutz Gut Stegen

Ansprechpartner Artenagentur: Helge Neumann

Projektziele

Das Gut Wulksfelde hat im Jahr 2013 im Rahmen eines langjährigen Pachtvertrags die Bewirtschaftung der Acker- und Grünlandflächen des Gutes Stegen übernommen. Zu den Pachtflächen gehören 38 ha arrondierte Feuchtwiesen, die noch größere Bereiche mit charakteristischen Pflanzenarten der „Flachland-Mähwiesen“ aufweisen. Um zu erproben, wie die Entwicklungsbedingungen für diesen Vegetationstyp verbessert werden können, werden im Projektzeitraum (2014-2018) im Frühjahr ausgewählte Flächenbereiche zeitweilig angestaut. Hierfür wurden in vorhandenen Gräben und Grüppen regulierbare Staue eingebaut und ein neuer Mönch installiert. Als Flächennutzung ist eine zweischürige Mahd ohne Düngung vorgesehen. Von den Maßnahmen sollte zugleich u. g. Zielarten aus der Gruppe der Wiesenvögel profitieren.

Zielarten

„Natura 2000-Status“, Gefährdung S.-H., Priorität Artenhilfsprogramm

  • Feldlerche: Rote Liste S.-H.: 3, Priorität: 1
  • Wiesenpieper: Rote Liste S.-H.: V, Priorität: 1
  • Neuntöter: EU-Vogelschutzrichtlinie: Anhang I, Rote Liste S.-H.: V, Priorität: 1
  • Großer Brachvogel: Rote Liste S.-H.: V, Priorität: 1
  • Kiebitz: Rote Liste S.-H.: 3, Priorität: 1
  • Braunkehlchen: Rote Liste S.-H.: 3, Priorität: 1
  • Wachtelkönig: EU-Vogelschutzrichtlinie: Anhang I, Rote Liste S.-H.: 1, Priorität: 1
  • Weißstorch (Nahrungsgast): Rote Liste S.-H.: 2, Priorität: 1
  • Moorfrosch: FFH-Richtlinie: Anhang IV, Rote Liste S.-H.: V, Priorität: 2

Beitrag zu Natura 2000-Verpflichtungen

Die Projektfläche (38 ha) weist nach Einschätzung des LLUR Grünland des FFH-Lebensraumtyps 6510 Flachlandmähwiesen auf, das im Rahmen des Projektes quantitativ und qualitativ weiter entwickelt werden soll. Die Projektfläche liegt nicht innerhalb der Natura 2000-Gebietskulisse, grenzt jedoch unmittelbar an das FFH-Gebiet „Alstersystem bis Itzstedter See und Nienwohlder Moor“.

Maßnahmen

Um Geländesenken gezielt temporär an- und überstauen zu können, wurden in mehreren Gräben und Grüppen regulierbare Staue (Knickrohre) eingebaut und an einem Randbereich der Fläche eine Verwallung aufgeschüttet. Des Weiteren wurde in einem zentralen Vorfluter ein Mönch installiert. Alle Regulierungen des Wasserstandes sind mit der zuständigen Wasserbehörde abgestimmt. Um die Feuchtgrünlandvegetation sowie die Brutvogelbestände zu erhalten und zu fördern, werden die Flächen im Projektzeitraum angepasst bewirtschaftet (keine Düngung, zweischürige Mahd, später erster Schnitt). Der Erfolg der Maßnahmen wird durch Begleituntersuchungen überprüft (Brutvögel, Vegetation).

Projektbeiträge der Artenagentur

Die Artenagentur und die DVL-Koordinierungsstelle haben das Projekt auf die Initiative des Gutes Wulksfelde hin entwickelt und den Projektträger bei der Antragstellung unterstützt. Der DVL war zudem in die Bauleitung eingebunden und übernimmt Teile der Erfolgskontrolle (Brutvogelerfassung).

Status der Projektbearbeitung

Um den Ausgangszustand der Projektfläche zu dokumentieren, wurde im Anschluss an die Projektbewilligung im Sommer 2014 eine Brutvogelerfassung und Erstaufnahme der Vegetation durchgeführt. Die Umsetzung der Biotop gestaltenden Maßnahmen wurde im Herbst 2014 abgeschlossen, so dass im Frühjahr 2015 erstmals Staumaßnahmen durchgeführt werden können.

Kuckucks-Lichtnelke
Kuckucks-Lichtnelke
Wiesen-Schaumkraut
Wiesen-Schaumkraut
Mönch
Mönch
Knick-Rohr
Knick-Rohr
Fotos: Artenagentur/DVL
Fotos: Artenagentur/DVL
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